Woher hat Beiersdorf seinen Namen?

Von Anfang des 12. Jahrhunderts an siedelten sich im Verlauf der deutschen Ostexpansion Bauern unter Leitung sogenannter Lokatoren in dem geschlossenen Waldgebiet des Berglandes an. Es waren wohl Heerführer und Ritter, welche für ihre Verdienste vom Kaiser oder Fürsten mit einem Stück Land oder Wald beliehen wurden. Der Name des Lokator findet sich oft in den heutigen Ortsnamen wieder. Lokator Beier - Beyersdorf. Die Schreibweise des Ortsnamen hat sich mehrfach geändert, aber es war immer ein deutsches Dorf. Diese Siedlungsführer ließen sich oft Wasserburgen zu Beginn der Besiedlung bauen.
In der Wallkartei des Museums für Ur- und Frühgeschichte Dresden ist unter Beiersdorf Mbl 71 Fst. 3 vermerkt:
Im Westsüdwestlichen Ortsteil, in der Bachaue auf ehem. Gutshof N 12,6 / W 8,4 Mittelalter, vermutete Wehranlage, Wasserburg mit Stauanlage.

Seit wann gibt es Beiersdorf?

Die Siedlungsform für Beiersdorf ist die Waldhufenflur. Ihre Entstehung begann am Ende des 12. Jahrhundert. Eine Landkarte aus dem 11. Jahrhundert zeigt das Waldgebiet südlich von Bautzen noch unbesiedelt.
Die ersturkundliche Erwähnung von Beiersdorf erfolgte erst 1272 in einer Urkunde, in der die Beilegung eines Streites zwischen den marktgräflichen Vögten im Lande Bautzen und den Besitzungen der Meißner Kirche besiegelt wird.
Es ist dabei zu bemerken, dass Beiersdorf damals mit einigen Nachbarorten nicht zur Oberlausitz gehörte, sondern sächsisch war. Das Amt Stolpen war vorgesetzte Behörde.
Man kann mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, die Beiersdorfer Flur wurde ca. 100 Jahre vor der ersturkundlichen Erwähnung besiedelt.
An der Nordseite im Walde des Bieleboh wurde ein Steinbeil gefunden (um 1880), welches sich im Museum in Dresden befindet.

Die jüngere Geschichte

Die Entwicklung Beiersdorfs begann mit zwei Rittergütern. Die Hausweberei kam im 17. Jahrhundert auf und war um 1850 die Hauptbeschäftigung.
Durch das saubere Wasser entstanden Färbereien und Bleichereien, davon hielt sich eine bis 1979. Von den vier Mühlen, die mit der Wasserkraft des Dorfbaches betrieben wurden, ist keine mehr vollständig erhalten. Sie waren eine bedeutende Grundlage für die industrielle Entwicklung: So bildete die "Obere Mühle" als Pochwerk den Grundstock für eine Eisengießerei, die "Mittelmühle" war der Anfang einer Maschinenfabrik (heute Zimmereibetrieb), die "Niedermühle" war Säge- und Mahlmühle mit Bäckerei (heute restauriertes Wohnhaus mit Mühlrad) und die "Grenzmühle" eine Sägemühle. Heute findet man noch Teile einer Mühle auf dem "Haderberg" im Ortsteil Schmieden.
Der Fremdenverkehr war stets bedeutend; ein reger Touristenverkehr setzte mit der Inbetriebnahme der Kleinbahn (1892-1945) ein; der Bahnkörper ist heute als Rad- und Wanderweg zu nutzen.

M. Mittasch